Koxinga

Koxinga, Cheng Sen, auch Chen Cheng-kung genannt, kam im Jahr 1623 in Japan zur Welt und starb im Jahr 1662 in Taiwan. Als Jugendlicher wurde er von seinem Vater als Unterpfand an den Hof des Ming-Kaisers Lung Wu in Nanking gebracht. Dort wurde er 1634 Schüler des berühmten Gelehrten Ch’ien Ch’ien-i. Der Kaiser adoptierte ihn und verlieh ihm den Ehrennamen Kuo Hsing Yeh (der Herr mit dem kaiserlichen Familiennamen). Dieser Name wurde von den Holländern als Koxinga übersetzt. Kaiser Lung Wu verlieh Cheng Sen auch den Ehrennamen Ch’eng- kung („Große Errungenschaft”) und den Titel Chung Hsiao Po (Graf der Loyalität und der Sohnespietät). Koxinga wurde in jungen Jahren General und führte die Streitkräfte des Ming Kaisers gegen die anrückende Armee der Ching-Dynastie. Yung Li, der letzte Kaiser der Ming Dynastie, verlieh ihm die Titel Wei Yuan Hou (Herr von Wei Yuan) und Yen P’ing Wang (Fürst des Friedens). Die Armee des Koxinga wurde von den Truppen der Ching-Dynastie vom Festland auf die Pescadores Inseln abgedrängt. Von dort aus eroberte er als Admiral einer großen Flotte im März 1661 das holländische Fort Zeelandia auf Formosa (Taiwan), in der Nähe von Tainan. In Formosa (Taiwan) schuf er eine Landreform und organisierte eine moderne Verwaltung. Am 23. Juni 1662 starb er im Alter von 39 Jahren an einer mysteriösen Krankheit. Kurz vor seinem Tod erreichte ihn die Nachricht vom Ableben des Kaisers Yung Li.
Das war das Ende der Ming Dynastie.

Das Porträt des Koxinga stammt aus der Ortenburg. Es wurde im Jahr 1858 von Gustav Ritter v. Gröller in China erworben, als dieser als Erster Offizier auf der k. u. k. Segelfregatte Novara von 1857 – 1859 an einer Weltreise teilnahm. Im Jahr 1871 kaufte Gröller das auf dem Mauerwerk der unteren Ortenburg (Unterhaus) errichtete ehemalige Hieronymitaner Kloster, erneuerte dieses baulich und machte es mit dem Namen „Schloss Ortenburg” zu seinem Wohnsitz. Seine Tochter Franziska erbte das Schloss Ortenburg und mit diesem auch das Porträt des Koxinga. Sie war mit Lambrecht (Lamberto) Freiherr Alber v. Glanstaetten verheiratet. Andrico (Andreas), der fünfte Sohn des Lambrecht und der Franziska, schenkte das Porträt des Koxinga seinem Patenkind Günther Winkler, als dieser im Schloss Ortenburg wohnte. Dieses Porträt wurde für Günther Winkler zum Mittelpunkt der von ihm seit dem Jahr 2006 der Gemeinde Baldramsdorf für museale Zwecke im Schloss Ortenburg gestifteten Sammlung von Gegenständen des chinesischen Kunsthandwerks.